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Wie viel kostet ein Kilo Aluminium?

Es gab Zeiten, in denen Aluminium teurer war als Gold – und das, obwohl es das am häufigsten vorkommende Metall in der Erdkruste ist und in Bezug auf die Häufigkeit unter den Elementen auf unserem Planeten nach Sauerstoff und Silizium sogar den dritten Rang belegt. Dazu muss man sagen: Die Zeiten, in denen Aluminium sämtliche Edelmetalle preislich übertraf, waren jene, als das Metall wenige Jahre nach seiner Entdeckung erstmals gewonnen werden konnte. Und das ist noch gar nicht so lange her: 1827 gelang es dem Wissenschaftler Friedrich Wöhler durch die Einwirkung von Kalium auf wasserfreies Aluminiumchlorid ein graues Pulver zu erzeugen: Reines Aluminium. 

Im Laufe der Zeit wurden die Verfahren stetig weiterentwickelt, die schließlich eine industrielle Gewinnung des Leichtmetalls möglich machten. Dabei ist das einzige Ausgangsmaterial von wirtschaftlicher Bedeutung das Bauxit. Dieses enthält die höchste Konzentration an Aluminiumoxid. Mithilfe des Bayer-Verfahrens wird dieses schließlich aus dem Bauxit extrahiert. Durch Schmelzflusselektrolyse im späteren Hall-Héroult-Prozess wird aus dem Aluminiumoxid schließlich metallisches, reines Aluminium gewonnen – die Grundlage für Aluprofile, Alurohre & Co.

Auch, wenn die Verfahren zur Aluminiumherstellung heute weit fortgeschritten sind, bleiben sie doch aufwändig und energieintensiv: Etwa 15.700 Kilowattstunden Energie werden benötigt, um eine Tonne Primäraluminium herzustellen. Als weltweit gefragter Rohstoff wird Aluminium an der London Metal Exchange, kurz LME, in US-Dollar gehandelt. Wie viel Euro ein Kilo Aluminium kostet, hängt jedoch von zahlreichen Faktoren ab, die Einfluss auf den Preis haben. Insofern kann man diese Frage nur tagesaktuell seriös beantworten.  

 

Anbei sehen Sie den Preisverlauf und den aktuellen Aluminiumpreis je Tonne in US-Dollar:

Aluminiumpreis pro Tonne in USD

Aluminium London Rolling Rohstoff Chart
Indikationen von

Angebot, Nachfrage und andere Einflüsse auf den Aluminiumpreis

Ein wesentlicher Preisfaktor ist die weltwirtschaftliche Lage und das damit verbundene Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage nach Aluminium. In einer wachsenden Weltwirtschaft ist das Metall gefragter als in Zeiten der Stagnation. Auf der anderen Seite kann es jedoch passieren, dass diese erhöhte Nachfrage nicht in dem Maße bedient werden kann, als dass sie mit den zyklischen Preisschwankungen korrelieren würde.

Nicht selten hört man von den großen Playern der Aluminiumbranche, die manche ihrer Aluminiumwerke aufgrund mangelnder Wettbewerbsfähigkeit stilllegen müssen. Das kann viele Gründe haben, doch ein besonders gewichtiger sind die Energiekosten in der enorm energieintensiven Aluminiumherstellung. Sekundäraluminium, also Material, das aus dem Recyclingkreislauf stammt, erfordert lediglich fünf Prozent der Energiemenge , die bei Primärproduktion anfällt. Hier wird deutlich, welchen preistreibenden Einflussfaktor die Energiekosten darstellen, wenn die Nachfrage auf dem Weltmarkt steigt, die Fördermenge jedoch gedrosselt ist.

Auch die Verfügbarkeit anderer Rohstoffe, wie beispielsweise die von Magnesium, kann sich stark auf den Aluminiumkurs auswirken. Magnesium ist ein wichtiger Bestandteil von Aluminiumlegierungen. Drosselt China mit seinem 90-prozentigen Marktanteil an der weltweiten Magnesiumproduktion die Förderung, bekommt die Aluminiumindustrie dies unmittelbar zu spüren. 2021 kam die chinesische Magnesiumproduktion zeitweise fast zum Erliegen und damit auch dessen Export – mit weitreichenden Auswirkungen auf den Preis. Kostete eine Tonne Aluminium im April 2020 noch durchschnittlich rund 1460 Dollar, durchbrach der Aluminiumpreis im September 2021 erstmals seit 13 Jahren erneut die 3000-Dollar-Marke.