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Messing – Einsatz- und Verwendungsmöglichkeiten

Aus technischer Sicht wird Messing heute für viele anspruchsvolle Zwecke verwendet. Das war nicht immer so, denn bis Mitte des 18. Jahrhundert wurde Messing noch nach einem anderen Verfahren hergestellt, als es heute üblich ist, nämlich dem Galmei-Verfahren. Die bei dieser Art der Messingherstellung erzielten Legierungen würden heutigen industriellen oder technischen Anforderungen natürlich nicht nachkommen. Von der „Entdeckung“ des Metalls in der Antike an stellte man aus Messing vornehmlich Schmuck-, Kult- und Kunstgegenstände her, was nicht zuletzt auch an seiner großen Farbähnlichkeit zu Gold lag.

Eine der optisch attraktivsten Kupferlegierungen

Auch heute hat der warme, dekorative Goldton und der schimmernde Glanz nichts an Attraktivität für die Kunst und Schmuckindustrie verloren. Ringe, Armbänder, Ohrringe, Halsketten, Broschen, lassen sich vergleichsweise unkompliziert herstellen. Messingschmuck aus sogenanntem Tombak – einer Legierung aus Kupfer, Zink und Blei – hat häufig einen leicht rötlichen Schimmer, welcher auf den hohen Kupfergehalt des Metalls zurückzuführen ist.

Die optische Ähnlichkeit zu Gold ruft jedoch auch Betrüger auf den Plan, welche niedrigpreisigen Messingschmuck als vermeintlichen Goldschmuck scheinbar zum Schnäppchenpreis unter die Leute zu bringen versuchen. Da solche Verkäufe an Leichtgläubige und Unwissende nicht selten auf Raststätten stattfinden, wird derlei Schmuck auch als „Autobahngold“ bezeichnet. Messing ist auch zur Herstellung von Einrichtungs- und Dekorationsgegenständen ein häufig verwendetes Material.

Hier reicht die Palette von Handläufen, Badarmaturen und Lampenfassungen über Brieföffner, Tabletts oder Skulpturen bis hin zu Kerzenleuchtern, Bilderrahmen, Scharnieren oder Türbeschlägen. Blasinstrumente wie auch die vielen kleinen Zahnrädchen im Inneren eines Uhrwerks werden ebenso aus diesem Material hergestellt wie Zierbleche, Fassadenprofile und Verkleidungen.

Kurzum: Die äußerst ansprechende Optik von Messing, dessen leichte Verarbeitbarkeit und die reizvoll leuchtenden Farbtöne sind die letztendlich die Eigenschaften, welche die Kupfer-Zink-Legierung zu einem so gefragten Werkstoff machen. Übrigens hängt die Farbe maßgeblich vom Zinkgehalt ab und verändert sich mit dessen Anstieg von Goldrot über Goldgelb und Grünlichgelb bis hin zu Sattgelb. Weitere Farbveränderungen werden zudem durch Legierungszusätze von Aluminium oder Mangan erreicht. Doch auch Abseits dekorativer Zwecke ist Messing ein beliebtes Metall.

Optimal für den Einsatz in Industrie und Handwerk

Mit den erwähnten Legierungsmetallen Aluminium und Mangan aber auch mit Eisen, Nickel, Silizium oder Zinn lassen sich die Eigenschaften des Messings gezielt verändern – man erhält sogenanntes Sondermessing. Dieses zeichnen sich durch jene Zusätze unter anderem durch eine erhöhte Festigkeit und Stabilität, mehr Korrosionsbeständigkeit und verbesserte Notlauf-, Verschleiß- und Gleiteigenschaften aus. Zusätze von Blei verbessern die Zerspanbarkeit, weshalb solche Messinge auch als Automatenmessinge bezeichnet werden. Diese Eigenschaften machen die Legierung für den Einsatz im technischen und industriellen Bereich interessant, wo sie meist als Messing-Halbzeuge vorzufinden sind, zum Beispiel als
 

Die Verwendungsmöglichkeiten sind jedoch ganz unterschiedlich. Oft findet man Produkte aus Messing beispielsweise in der Sanitärinstallation, wie etwa Rohre, Armaturen oder Fittings. Hier ist es die hohe Korrosionsbeständigkeit und Stabilität des Materials, die geschätzt wird. Dies ist auch der Grund, weshalb auch Schiffsschrauben aus Messing gefertigt werden. Als Ventile, Lager oder Rohre findet man Messing allerdings auch im Kraftwerks- oder Maschinenbau. Weitere Einsatzbereiche sind zudem die Steuer-, Mess- und Regeltechnik, der Fahrzeugbau, die Feinmechanik oder die Elektrotechnik und Elektronik. In letzteren beiden wird die Kupferlegierung aufgrund ihrer guten Leitfähigkeit unter anderem zur Fertigung von Klemmkontakten, Steckverbindungen, Hohlleitern oder Antennen verwendet.